Arbeitssicherheit für Großküche und Kleingastronomie

Arbeitssicherheit für Großküche und Kleingastronomie

Von Restaurantbesitzern und Lokalbetreibern häufig stiefmütterlich behandelt – der Arbeitsschutz. Im hektischen Tagesgeschäft rückt das Thema Arbeitssicherheit meist immer auf der Prioritätenliste nach unten, besonders bei kleineren Gastronomiebetrieben. Und dies obwohl an den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer hohe Anforderungen gestellt werden. Das Arbeitsschutzgesetz definiert eindeutig, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter für jeden Arbeitgeber verpflichtend sind.
Jeder Arbeitgeber muss die Gefährdungen, Einwirkungen und Belastungen bewerten, die auf den Beschäftigten an seinem Arbeitsplatz einwirken können – und Betriebsanweisungen erstellen. Hierbei ist besonderes Augenmerk auf mögliche Risiken und unnötige Belastungen zu legen, um frühzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.
 

Gefährdungsbeurteilungen

Der erste Schritt ist demzufolge eine Gefährdungsbeurteilung des Restaurant, der Arbeitsfläche und jedes Arbeitsplatzes, so wie der Gesetzgeber es im Arbeitsschutzgesetz ausdrücklich verlangt. Das bedeutet: Es müssen die tatsächlichen Verhältnisse und Gefahrenquellen festgestellt werden. Das Ziel der Gefährdungsbeurteilung? Störungen im Betriebsablauf, Fehler, Unfälle als auch eine schlechte Arbeitsatmosphäre zu vermeiden. Diese Informationen benötigen die Mitarbeiter, damit sie wissen, worauf sie im Arbeitsalltag achten müssen und welche Gefährdungen eventuell eintreten können sowie eine klare Verhaltungsanweisung, sollten diese eintreten.
 

Betriebsanweisungen

Basierend auf der Betriebsanalyse werden Maßnahmen in Betriebsanweisungen für den Erhalt bzw. der Förderung der Sicherheit abgeleitet. Diese Arbeitsanweisungen beinhalten neben dem Verhalten in Gefahrensituationen auch Maßnahmen zu Ersten Hilfe, Instandsetzung und Entsorgung.
Wer seinen Betrieb kennt, kann die richtigen Maßnahmen ergreifen. Damit lassen sich unnötige Verletzungen vermeiden, die u. U. sogar zu Personalausfällen führen können. Diese sind immer mit weiteren Kosten verbunden, die vermieden werden können.
 

Dokumentation

Wichtig ist die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen. Dazu gehört ebenfalls die regelmässige Prüfung und Aktualisierung. Falls sich ein Arbeitnehmer verletzt, ist der Unternehmer nachweispflichtig. Dies bedeutet, dass jeder Mitarbeiter eine Schulung über seinen Arbeitsplatz und die damit verbundenen Gefahren erhalten hat und entsprechend eingewiesen wurde. Regelmässige Nachschulungen sind eine durchaus sinnvolle Präventivmassnahme, damit Mitarbeiter gewissenhafter arbeiten und somit aktiv Unfälle vermeiden.
Zudem kontrollieren die Gewerbeaufsichtsämter vermehrt Gestronomiebetriebe und verhängen bei gravierenden Verstößen Bußgelder, die bei mehreren Tausen Euro liegen können.